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Vom Festungsgraben zum Ringkanal

8. März 2010 | Von WT | Kategorie: Buchmarkt regional  | Drucken

Sabine Pich: v. Festungsgraben zum RingkanalBis ins 19. Jahrhundert hinein war die ehemalige Festungsstadt Mannheim nicht nur von feindlichen Mächten bedroht, sondern auch durch Hochwasser und Seuchen. Die ungünstige Lage der Stadt – umgeben von Gewässern, morastigen Niederungen und eingeschnürt von einem breiten Festungsgürtel – prägte das Leben der Bewohner. Jahrhundertelang plagten sie sich mit mit ungenießbarem Trinkwasser und schlecht funktionierenden Abwassergräben. Erst der Wandel zur Großstadt und Industriemetropole brachte den entscheidenen Fortschritt: die Schwemmkanalisation und die Kläranlage. Anhand zeitgenössischer Quellen, Bilder, Karten und Pläne beleuchtet die Kulturwissenschaftlerin Sabine Pich über einen Zeitraum von 300 Jahren die Kehrseite des Stadtlebens an zwei Flüssen.

Sabine Pich: Vom Festungsgraben zum Rinkanal. Kleine Entwässerungsgeschichte der Stadt Mannheim 1606–1906. Verlag Regionalkultur Ubstadt-Weiher 2010 120 S. ca. 76 z. T. farb. Abb., Broschur. ISBN 978-3-89735-627-6

Kurzkrimiwettbewerb zum 1. Krimifestival der Metropolregion Rhein-Neckar

7. März 2010 | Von WT | Kategorie: Dies und das, Regional-Krimi  | Drucken

Im Frühjahr 2011 findet das 1. Krimifestival der Metropolregion Rhein-Neckar statt. Die Stadtbibliotheken Ludwigshafen und Mannheim haben eine Teilnahme am Festival bereits zugesagt. Anlässlich dieses Festivals wird der Gmeiner Verlag eine Anthologie mit Kurzkrimis herausgeben. Alle Krimifans sind aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Das Thema lautet »Krimineller Erfindergeist – Ruchloses zwischen Pfalz und Baden«.
Zugelassen sind Geschichten, die in der Metropolregion Rhein-Neckar spielen und höchstens 25.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) lang sind. Das Mindestteilnahmealter beträgt 16 Jahre. Die drei besten Krimis werden zusammen mit bekannten Autoren der Region in einer Anthologie veröffentlicht. Der Sieger erhält zudem das komplette Frühjahrsprogramm 2011 des Gmeiner-Verlags. Alle Gewinnergeschichten werden innerhalb des 1. Krimifestivals der Metropolregion Rhein-Neckar vom 21.03. – 31.03.2011 vorgestellt.
Nähere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter http://www.metropolkrimi.palzki.de/
Die Texte sind elektronisch per Email oder schriftlich in dreifacher Ausfertigung einzusenden. Adresse für Einsendungen: Claudia Senghaas, Hölderlinstraße 2, 74912 Kirchardt oder per E-Mail: claudia.senghaas@gmeiner-verlag.de

Clemens Brentano Preis 2010 geht an Sven Hillenkamp

6. März 2010 | Von WT | Kategorie: Dies und das, Literaturveranstaltungen  | Drucken

S. Hillenkamp: Das Ende der LiebeDer mit 10.000 Euro dotierte Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg geht an Sven Hillenkamp. Er erhält den Preis für seinen Essayband »Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit« (Klett-Cotta, 2009).
Sven Hillenkamp, geboren 1971, studierte Politik, Soziologie, Geschichte, Philosophie und Islamwissenschaften in Bonn und Berlin. Er war für »Die Zeit« als Redakteur tätig und lebt heute als freier Autor in Berlin und Stockholm.
Die Jury würdigte in ihrer Begründung den »mutigen Versuch des Preisträgers Sven Hillenkamp, den Zustand der Liebe in der Gegenwart zu fassen«. Jenseits soziologischer Relativierungen und in eigensinniger Sprache analysiere der Autor das Dilemma der Freiheit in Zeiten unbegrenzter Möglichkeiten.
Der Jury gehören an: die Literaturkritikerin Ursula März, der Literaturkritiker Marius Meller, der Schriftsteller Burkhard Spinnen, die Germanistik-Studierenden der Universität Heidelberg Lukas Ofer, Matthias Slunitschek und Benjamin Frech sowie als Leiter und Moderator der Jury Uwe Kossack Literatur-Redakteur beim SWR.
Der Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben. [Quelle: Pressemitteilung Stadt Heidelberg]

Der Preis wird am 20. Juli 2010 durch Bürgermeister Dr. Joachim Gerner in Heidelberg an Sven Hillenkamp überreicht. Eine öffentliche Lesung mit dem Preisträger findet am 21. Juli 2010 um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Heidelberg statt.

Sven Hillenkamp: Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit. Stuttgart 2009 Klett-Cotta ISBN 9783608946086 bestellen bei Libri

Hubert Bär: Das Gerücht um die Ermordung Schillers

5. März 2010 | Von WT | Kategorie: Literaturveranstaltungen  | Drucken

Philipp Friedrich von Hetsch: Schiller als Regimentarzt, 1781/1782.Geheimnisvolle Krankheiten im Leben Schillers, widersprüchliche Angaben über seine letzten Tage und die merkwürdigen Umstände seiner Bestattung ließen schon im 19. Jahrhundert die Spekulationen sprießen, dass der Dichter möglicherweise keines natürlichen Todes gestorben, sondern dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Als Drahtzieher im Hintergrund wird kein geringerer als Goethe vermutet. Hubert Bär, der in seinem Kriminalroman »Der Heidelberger Campus-Mord« solchen Überlegungen eine ebenfalls nicht unerhebliche Rolle einräumt, wird darüber berichten, aus welchen Umständen sich solche Gerüchte entwickelten, welche Formen sie annahmen und wie sie bis heute auch literarisch verarbeitet wurden. Dabei versucht er abzuwägen, was für solche Vermutungen und was gegen sie spricht.

Hubert Bär: »Als brächte eilig einen Frevel man zu Grab«. Donnerstag, 25. März . 19.30 Uhr. Vortragssaal Kreisarchiv Rhein-Neckar-Kreis, Trajanstraße 66, Ladenburg. siehe auch: "Hubert Bär belebt den Campus-Krimi neu"

Mehr Rechtsstaatlichkeit im Kriminalroman

2. März 2010 | Von WT | Kategorie: Regional-Krimi  | Drucken

Arsen bis ZielfahndungBeim Publikum beliebt, von der Literaturkritk mit Naserümpfen bedacht, gehört der Kriminalroman zu den populärsten literarischen Gattungen überhaupt und nimmt in den Buchhandlungen einen recht beachtlichen Platz ein. Unabhängig von der literarischen Qualität bestimmen Elemente aus dem angelsächsischen Raum auch den deutschsprachigen Krimi.
Christine Lehman, Journalistin von Beruf und selbst Krimiautorin aus Leidenschaft, ärgert sich im Interview mit dem »Titel-Magazin«, wenn Krimihandlung und Realität so gar nicht in Übereinstimmung gebracht werden: »Was mir wahnsinnig gegen den Strich geht, ist die Art und Weise, wie die Polizei in Krimis mit Zeugen und Tatverdächtigen umgeht. Viele Krimis funktionieren ja so, dass die Ermittler irgendwann anfangen, einen, der eigentlich als Zeuge geladen ist und ganz harmlos dasitzt, ohne Vorwarnung zu überführen. Sie schreien ihn an, sie setzen ihn unter Druck, sie bedrohen ihn, sie tricksen ihn sogar aus.«
Zusammen mit Manfred Büttner hat Christine Lehmann einen Ratgeber für Krimiautoren geschrieben »Von Arsen bis Zielfahndung«. Büttner ist seit vielen Jahren als Steuerfahnder tätig. Neben seiner Arbeit als Ermittler in Wirtschaftsstrafsachen ist er Dozent an den Hochschulen der Polizei und der Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg.
Die beiden Autoren behandeln vom Mordmotiv über die Tötungsarten, den Zustand der Leiche und die polizeilichen Ermittlungen so gut wie alles, was bei realen Tötungsdelikten eine Rolle spielt. Sie erklären präzise die Rollenverteilung zwischen Schutz- und Kriminalpolizei, Staatsanwälten und Richtern so wie sie in Deutschland nach Recht und Gesetz funktioniert. Der »Giftkunde«, der Fallanalyse und dem Umgang von Polizei und Justiz mit den Bürgern sind umfangreiche Kapitel gewidmet. Sie schreiben im Stil eines Sachbuches, das sich an den Ablauf von der Planung einer Tat bis zur ihrer Aufklärung und zum Prozess gegen den Täter hält.
Das Buch ist nicht nur für Krimiautoren interessant, sondern erst recht für Krimileser; sie können überprüfen ob und wie sehr sich eine Geschichte an realen Verhältnissen orientiert. Wie sehr Fiktionalität aus dem Roman sich in der realen Welt wiederfindet, zeigt sich daran, dass die Begriffe »Razzia« und »Durchsuchung« in der Nachrichtensprache gerne gleichgesetzt werden, obwohl es rechtlich zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Christine Lehmann und Manfred Büttner wollen auf gar keinen Fall die Fantasie der Krimischreiber einschränken, sondern sie sind im Gegenteil davon überzeugt, dass die Einbeziehung der Realität des polizeilichen Alltags Perspektiven für neue, spannende Geschichten eröffnet. Vielleicht lässt sich damit auch die Flut der »möchte-gern« Mrs. & Mr. Marples in den Regionalkrimis eindämmen – Meine Hoffnung wäre, es.

Büttner, Manfred und Lehmann, Cristine (2009), Von Arsen bis Zielfahndung – das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige, Argument-Verl., Hamburg ISBN 9783886197200 bestellen bei Libri