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Stadtbibliothekplus 2010/11

3. September 2010 | Von WT | Kategorie: LeseKids  | Drucken

Pünktlich zum Schulbeginn stellt die Stadtbibliothek Mannheim in der Broschüre »Stadtbibliothekplus« ihr umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche vor. Es enthält alle Veranstaltungen für das Schulhalbjahr 2010/11 und liefert viele Zusatzinformationen zur Bibliotheksnutzung und den Sonderveranstaltungen im Rahmen der deutsch-türkischen Kulturtagen für Kinder im Oktober während der »Frederick-Woche« und den Märchentagen, die im Dezember im Capitol und an vielen anderen Orten stattfinden.
Sie können die aktuelle Ausgabe der Broschüre hier herunterladen »Stadtbibliothekplus« (2,8MB pdf) Zu finden ist sie auch unter http://stadtbibliothek.mannheim.de.

3. Heidelberger Krimitage 12. – 16. November 2010

3. September 2010 | Von WT | Kategorie: Literaturveranstaltungen, Regional-Krimi  | Drucken

Der bleierne Mond über Heidelberg

Der bleierne Mond über Heidelberg

Die 3. Heidelberger Krimitage stehen unter dem Motto »Der bleierne Mond über Heidelberg«; es lesen vornehmlich Autorinnen und Autoren aus Heidelberg und Umgebung aus ihren aktuellen Büchern. Marcus Imbsweiler, sowie Birgit Erwin und Ulrich Buchhorn und Angela Mohr am 12. November; am 13. November Marlene Bach, Lilo Beil und Walter Landin.
Christine Lehmann liest am Montag, den 15. November – passend zum diesjährigen Motto – aus ihrem Krimi »Nachtkrater«, und zum Abschluss ist am 16. November noch ein Vortrag zum Thema »Räuber, Gauner, Panzerknacker – der Traum vom schnellen Geld im Wandel der Zeit« geplant. Näheres dazu unter http://www.krimitage-heidelberg.de

Bücherflohmarkt bis 30.09. in der Stadtbibliothek Mannheim

2. September 2010 | Von WT | Kategorie: Dies und das  | Drucken

Großer Bücherflohmarkt bis 30.09. in der Stadtbibliothek Mannheim, Zentralbibliothek N1 im Stadthaus. Jede Menge Bücher ohne festgelegte Preise – Sie entscheiden, was Ihnen die Medien wert sind. Also schnell zugreifen!
[siehe http://www.facebook.com/stadtbibliothek.mannheim]

Bücherspaß für die Kleinsten in der Stadtbibliothek Mannheim

2. September 2010 | Von WT | Kategorie: LeseKids  | Drucken

Leselatte f. d. Kleinen - Foto: Stadtbibliothek Mannheim

Die Mannheimer Stadtbibliothek will den Nachwuchs so früh wie möglich an Bücher heranführen. Sie bietet deshalb ab September in allen Zweigstellen spezielle Programme für Eltern und Kleinkinder (1 – 3 Jahre) an: 30 Minuten vorlesen und erzählen, Bilderbücher anschauen, singen und spielen, gehören zum Programm.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung in der jeweiligen Bibliothek ist jedoch unbedingt nötig.

9. September 2010, 10:00 Uhr, Zweigstelle Neckarau
14. September 2010, 10:00 Uhr, Zweigstelle Neckarstadt-West
14. September 2010, 10:00 Uhr, Kinder- und Jugendbibliothek im Dalberghaus
15. September 2010, 10:00 Uhr, Zweigstelle Sandhofen
16. September 2010, 10:30 Uhr, Zweigstelle Herzogenried
20. September 2010, 10:00 Uhr, Zweigstelle Vogelstang
22. September 2010, 9:30 Uhr, Zweigstelle Schönau
22. September 2010, 15:00 Uhr, Zweigstelle Rheinau
23. September 2010, 10:00 Uhr, Zweigstelle Seckenheim

Beim nächsten Bibliotheksbesuch können die Kleinen einen Gutschein für eine Leselatte einlösen. Die rund 1,50 Meter lange, bunt bedruckte Messlatte mit Zentimeterangaben begleitet die »Lesekarriere« des Kindes, vom Baby bis zum Alter von zehn Jahren. Zu jeder Altersstufe gibt es Tipps und Infos rund ums Thema Bücher und Lesen. Der Förderkreis der Stadt- und Musikbibliothek Mannheim unterstützt die Baby-Programme plus Leselatten-Aktion. [Quelle: Pressamt Stadt Mannheim]

An einem seidenen Faden

29. August 2010 | Von Gast-Beitrag | Kategorie: Buchmarkt regional  | Drucken

Ein Gastbeitrag von Jaques Outin zu Ronja Katharina Kohms Gedichtzyklus »Schuppenflügel«

Der Mensch, vor allem jüngeren Alters, klammert sich an eine Mär, die Ronja Katharina Kohm mit ihren entschiedenen, äußerst feinfühligen Gedichten gezielt wie eine Amazone erlegt.
Denn wir Menschen möchten immer darin Hoffnung schöpfen, dass unser Dasein linear verläuft. Wir werden dazu erzogen, nicht nach Hinten, sondern nach Vorne zu schauen. Immer geradeaus.
Daher auch unsere zumeist optimistische, gar naive Vorstellung von Liebe, Leidenschaft, Trennung und dem Absterben der Gefühle. Geometrisch gezogene Linien von A bis Z, von Anfang bis Ende. Die Heidelberger Lyrikerin hebt diese Vorstellung schon mit dem Untertitel auf, mit dem sie Ihren Zyklus versieht. Ein Zyklus in Kehrtwendungen, ein Spiegel der Irrungen und Wirrungen, in denen wir unseren Gefühlen ungewollt und scheinbar machtlos folgen.

Mohn und Fäden
von glitzerlosen Netzen
spannt die Welt in ein Theater
ruheloser Szenen

Gerade im “Hadern in einer Art Zwischenstufe“, einem Purgatorium, dem Fegefeuer der Liebe führt uns Ronja K. Kohm mit ihren fragmentarisch-emotionalen Ausbrüchen dorthin, wo alles zu spät zu sein scheint und jedoch nie sein kann. Sie pendelt nuanciert zwischen der tiefen Verzweiflung nach einer unausweichlicher Trennung, und der leisen Hoffnung in eine scheinbar immer wiederkehrende, alle Pein und Wunden überspülende Liebe.
Wenn “die Katastrophe Welt ungeplant einbricht durch einen Spalt hindurch, (…) wird die Wirklichkeit erstmals wirklich wahrgenommen in der Ohnmacht über den Verlust der Liebe”, so die Autorin. Neues entsteht, befreit Energien, “eine Geburt, die das Kostbarste zu verlieren scheint“. Mit extremer Tiefe und Reife bringt uns die Poetin zur Kernfrage des Lebens hin, dem Punkt zwischen einer nie gänzlichen Zerstörung und einem immer wieder neu gesponnenen seidenen Faden, der als solcher reißen muss, um wieder aufs Neue zu entstehen.
Mit der präzisen Genauigkeit eines Seismografen, der exakten Ungenauigkeit eines Aquarellpinsels, setzt Ronja K. Kohm ihre Gedichte und Prosatexte wie Farbtupfer auf Rinnendes , wartet geduldig auf den Rückzug des Flüssigen, bis sich Konturen bilden, undeutlich, endgültig, zufällig, wie auf Bütten gemeißeltes Wasser
Théodore Monod, Urgestein der französischen Anthropologie, entdeckte während seiner zahlreichen Durchquerungen der Sahara in entfernten Oasen, inmitten von Sand und Glut, verschwindend kleine Pfützen von rettendem Nass, in denen Fische nach Leben klatschten, bevor die Sonne vorläufig siegte und, Hunderte Kilometer davon entfernt, neue Oasen entstanden. Der Wissenschaftler zog stets den Bogen zwischen Wüste und Meer, Düne und Woge, unaufhörlich auf der Suche nach einem nur scheinbar verschollenen Meteoriten.

Die immer fruchtbare Erde ankert
die Wurzeln, doch steinerne Flügel
in ihrem Sterben
sind Sandrosen gleich

In diesem Buch, das keinen Leser gleichgültig lassen kann, verfolgt Ronja K. Kohm eine ähnliche Spur.
Am 5. August d.J., am Ende einer Präsentation ihres Gedichtbandes, in der Apothekergasse in Heidelberg, konnte sie kein Schlusswort finden, so hatten sie ihre Gefühle überwältigt. Auch mancher Zuhörer verließ, nach dem letzten Applaus, gerührt, sogar weinend den Saal.

Der Himmel blaut
zu alter Gräue rückwärts hin
nach.nach.
fliegt die alte Kugel auf die Bäume.

© Jacques Outin (2010)

Kohm, Ronja Katharina: Schuppenflügel, Ein Zyklus in Kehrtwenden; Llux, Ludwigshafen am Rhein 2010. 72 S., 15 Illustrationen, Hardcover. Fotografien: Philipp Bohrmann, Tuschezeichnungen: Ludwig Schmeisser;Einbandgestaltung, Typographie & Bildeffekte: Hans-Joachim Kotarski ISBN 978-3-938031-35-3 (das Buch bestellen)

offizielle Buchvorstellung: Ronja Katharina Kohm: Schuppenflügel, Dienstag, 19. Oktober 2010, 19.00 Uhr Museum Schillerhaus, Mannheim