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	<title>Kommentare zu: Nie mehr zur&#252;ck in dieses Land &#8211; Augenzeugen berichten &#252;ber die Novemberpogrome 1938</title>
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	<description>Literatur in Heidelberg, Mannheim und der Kurpfalz.</description>
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		<title>Von: Frank Weithofer</title>
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		<dc:creator>Frank Weithofer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 19:04:30 +0000</pubDate>
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		<description>Ich finde das Buch &quot;Nie mehr zur&#252;ck in dieses Land&quot; eher kontraproduktiv f&#252;r den Umgang der B&#252;rger von heute mit Mitmenschen, die Minderheiten angeh&#246;ren. Als Sch&#252;ler hatte ich eine j&#252;dische Mitsch&#252;lerin verehrt, es konnte auf Grund der bis dahin viel zu sehr zur&#252;ckhaltenden Bundespolitik seit 1949, die eher nur die Schcksalsgruppe der Heimatvertriebenen unterst&#252;tzt hatte, - ich bin Jg. 1961 und Sohn zweier Vertriebener aus unterschiedlichen Regionen - nie ein w&#228;rmeres Verh&#228;ltnis gedeihen. Die Familie, der die Klassenkameradin angeh&#246;rte, stammte aus Polen. Auf Grund dieses eindrucksvollen Erlebnisses hielt ich kategorisch an dem Wunsch fest, dereinst mich mit einer j&#252;dischen Partnerin liieren zu wollen, worauf ich heute noch immer warte. Trotz Mitgliedschaft in Vereinen wie DIG und CJZ, trotz Registratur in J&#252;dischen Internet-Singleb&#246;rsen ist mir bis dato eine Liaison meiner Wunschwahl noch nicht gegl&#252;ckt. 
Dass ich unter diesen Umst&#228;nden nicht mit Jubel aufnehme, wenn noch Ende 2009 ein Buch ver&#246;ffentlicht wird, das von B&#252;rgern handelt, die sich leider weigerten, nach 1945 in Deutschland wieder ihren Wohnsitz zu nehmen, m&#252;sste eigentlich von jedem Menschen mit Gef&#252;hl verstanden werden. Wie Sie sehen, stehe ich eindeutig auf Seite der Exilr&#252;ckkehrer, &#252;ber die ich in jedem Einzelfall gl&#252;cklich bin. 
Ich bin der Meinung, man habe nach Gr&#252;ndung der Bundesrepublik gro&#223;e Fehler gemacht. Viel zu restriktiv verhielt man sich. Besser w&#228;re gewesen, das Augenmerk auf Exilr&#252;ckkehr bzw. Verbleib &#220;berlebender im Land zu richten, statt alte Parteigenossen zu neuen Ehren kommen zu lassen. Jeder, der sich weigerte, aus dem Exil in die alte Heimat zur&#252;ckzukehren bzw. nachtr&#228;glich als &#220;berlebender noch - sinnlos - abgewandert ist, gab den Nazis im nachhinein in diesem Punkte zumindest Recht, und genau dies ist ein fataler Fehler, wenn man an die Mitbestimmung in der Demokratie denkt. Die Betreffenden w&#228;ren eindeutig die allerbesten Demokraten gewesen, deren W&#228;hlerstimme &#228;u&#223;erst wichtig gewesen w&#228;re, sie h&#228;tte man beim Neuaufbau der Demokratie nach 1945 dringend brauchen k&#246;nnen. Ferner bin ich der Meinung, man h&#228;tte sollen zumindest die Sozialdemokraten an der ersten Bundesregierung mit beteiligen, evtl. gar in Form einer Allparteienregierung (nach Modell von 1919/20), und nicht bis Ende 1966 auf der Oppositionsbank ausharren lassen sollen.
Noch in den 1990er Jahren beging der Liberale Ignatz Bubis einen fatalen Fehler, was Normalisierung betrifft. Er h&#228;tte niemals das ihm von Richard v. Weizs&#228;cker angetragene Amt, dessen Nachfolger als Bundespr&#228;sident werden zu sollen, ausschlagen d&#252;rfen, sondern vielmehr die Jahre 1994 bis 1999 unser Staatsoberhaupt sein sollen. Mit seinem Schritt hat auch er auf lange Zeit alten und neuen Nazis Recht gegeben. Gerade in den jungen Jahren nach der Wiedervereinigung h&#228;tte ein Holocaust&#252;berlebender als Bundespr&#228;sident unserem Land zu internationalem Ansehen verhelfen und hiermit einen wichtigen Beitrag zur Normalit&#228;t im Umgang mit einst verfolgten Minderheiten leisten k&#246;nnen. 
Seit dem Tod des charmanten Schlesiers setze ich nun auf Leute wie Michel Friedman, Dieter Graumann, Salomon Korn, Michael Wolffsohn, Henryk M. Broder oder Rafael Seligmann, auf dass einer von ihnen m&#246;ge 2014 Horst K&#246;hler nachfolgen.
Ich jedenfalls h&#228;tte mir die Edition des Buches reiflich &#252;berlegt, zumal seit Ende des Zweiten Weltkrieges fast 65 Jahre vergangen sind. Noch heute betrachten viele B&#252;rger es leider als &quot;richtig&quot;, dass sowohl in der NS-Zeit die &quot;Arisierung&quot; stattgefunden hat, als auch danach eine R&#252;ckgabe an die Ursprungsbesitzer in echter Form kaum verwirklicht wurde und der Verzicht dominierte. Ich selbst betrete keine Gesch&#228;fte, die in Hand der &quot;Arisierer&quot;-Familien geblieben sind.
Die Politik sollte sich vielmehr auf die Karten setzen, auch heute noch die Nachkommen der Betroffenen in unser Land zur&#252;ckzuholen, darum zu werben. Der Oberb&#252;rgermeister meines Wohnortes, im Amt seit 2008, Sozialdemokrat, sagte wenige Monate nach seinem Amtsantritt bei einem Besuch einer Jugendgruppe aus Israel, dass die G&#228;ste &quot;immer willkommen&quot; seien, und &#228;u&#223;erte Zuversicht, dass manche von ihnen vielleicht hier studieren oder auch heiraten werden. Er gab meiner Meinung nach ein richtiges, ein gutes Signal ab. Sein Vorg&#228;nger, Christlich-Sozialer, h&#228;tte diese Worte meiner Einsch&#228;tzung nach nie verloren, denn er war einst im 2. Wahlgang erst auf Rang 1 ger&#252;ckt, und dies mit Hilfe der rechtspopulistischen &quot;Republikaner&quot;. Es ist besch&#228;mend, dass der seinerzeitige Spitzenkandidat der rechten Partei sp&#228;ter zu den Konservativen &#252;bergelaufen war - obendrein ein Justizvollzugsbeamter! -, aber gottlob nicht mehr erneut in den Stadtrat gew&#228;hlt wurde.
All das w&#228;re nie in dieser Form passiert, wenn wir gen&#252;gend Nachkommen Holocaust&#252;berlebender als Mitbestimmende unter uns h&#228;tten. Und f&#252;r mich w&#228;re hinsichtlich meiner privaten Pl&#228;ne auch ein riesiges Hindernis aus dem Weg ger&#228;umt.

Dies - meine Damen und Herren, meine lieben Freunde - sollte man auch dem &quot;Propyl&#228;en&quot;-Verlag und s&#228;mtlichen noch lebenden im Buch Beschriebenen zum &#220;berdenken weiterleiten.
Ich w&#228;re froh, wenn man ein erneutes st&#228;ndiges Miteinander in alten Gefilden, an alten St&#228;tten wieder beginnen und demnach auch einen gedeihlichen Umgang praktizieren k&#246;nnte.
Darauf hoffe ich seit Jahrzehnten!
In diesem Sinne auf einen frohes st&#228;ndiges Wiedersehen
am Strande von Donau, Elbe oder Rhein
shalom masal-tov
D. O.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde das Buch &#8220;Nie mehr zur&#252;ck in dieses Land&#8221; eher kontraproduktiv f&#252;r den Umgang der B&#252;rger von heute mit Mitmenschen, die Minderheiten angeh&#246;ren. Als Sch&#252;ler hatte ich eine j&#252;dische Mitsch&#252;lerin verehrt, es konnte auf Grund der bis dahin viel zu sehr zur&#252;ckhaltenden Bundespolitik seit 1949, die eher nur die Schcksalsgruppe der Heimatvertriebenen unterst&#252;tzt hatte, &#8211; ich bin Jg. 1961 und Sohn zweier Vertriebener aus unterschiedlichen Regionen &#8211; nie ein w&#228;rmeres Verh&#228;ltnis gedeihen. Die Familie, der die Klassenkameradin angeh&#246;rte, stammte aus Polen. Auf Grund dieses eindrucksvollen Erlebnisses hielt ich kategorisch an dem Wunsch fest, dereinst mich mit einer j&#252;dischen Partnerin liieren zu wollen, worauf ich heute noch immer warte. Trotz Mitgliedschaft in Vereinen wie DIG und CJZ, trotz Registratur in J&#252;dischen Internet-Singleb&#246;rsen ist mir bis dato eine Liaison meiner Wunschwahl noch nicht gegl&#252;ckt.<br />
Dass ich unter diesen Umst&#228;nden nicht mit Jubel aufnehme, wenn noch Ende 2009 ein Buch ver&#246;ffentlicht wird, das von B&#252;rgern handelt, die sich leider weigerten, nach 1945 in Deutschland wieder ihren Wohnsitz zu nehmen, m&#252;sste eigentlich von jedem Menschen mit Gef&#252;hl verstanden werden. Wie Sie sehen, stehe ich eindeutig auf Seite der Exilr&#252;ckkehrer, &#252;ber die ich in jedem Einzelfall gl&#252;cklich bin.<br />
Ich bin der Meinung, man habe nach Gr&#252;ndung der Bundesrepublik gro&#223;e Fehler gemacht. Viel zu restriktiv verhielt man sich. Besser w&#228;re gewesen, das Augenmerk auf Exilr&#252;ckkehr bzw. Verbleib &#220;berlebender im Land zu richten, statt alte Parteigenossen zu neuen Ehren kommen zu lassen. Jeder, der sich weigerte, aus dem Exil in die alte Heimat zur&#252;ckzukehren bzw. nachtr&#228;glich als &#220;berlebender noch &#8211; sinnlos &#8211; abgewandert ist, gab den Nazis im nachhinein in diesem Punkte zumindest Recht, und genau dies ist ein fataler Fehler, wenn man an die Mitbestimmung in der Demokratie denkt. Die Betreffenden w&#228;ren eindeutig die allerbesten Demokraten gewesen, deren W&#228;hlerstimme &#228;u&#223;erst wichtig gewesen w&#228;re, sie h&#228;tte man beim Neuaufbau der Demokratie nach 1945 dringend brauchen k&#246;nnen. Ferner bin ich der Meinung, man h&#228;tte sollen zumindest die Sozialdemokraten an der ersten Bundesregierung mit beteiligen, evtl. gar in Form einer Allparteienregierung (nach Modell von 1919/20), und nicht bis Ende 1966 auf der Oppositionsbank ausharren lassen sollen.<br />
Noch in den 1990er Jahren beging der Liberale Ignatz Bubis einen fatalen Fehler, was Normalisierung betrifft. Er h&#228;tte niemals das ihm von Richard v. Weizs&#228;cker angetragene Amt, dessen Nachfolger als Bundespr&#228;sident werden zu sollen, ausschlagen d&#252;rfen, sondern vielmehr die Jahre 1994 bis 1999 unser Staatsoberhaupt sein sollen. Mit seinem Schritt hat auch er auf lange Zeit alten und neuen Nazis Recht gegeben. Gerade in den jungen Jahren nach der Wiedervereinigung h&#228;tte ein Holocaust&#252;berlebender als Bundespr&#228;sident unserem Land zu internationalem Ansehen verhelfen und hiermit einen wichtigen Beitrag zur Normalit&#228;t im Umgang mit einst verfolgten Minderheiten leisten k&#246;nnen.<br />
Seit dem Tod des charmanten Schlesiers setze ich nun auf Leute wie Michel Friedman, Dieter Graumann, Salomon Korn, Michael Wolffsohn, Henryk M. Broder oder Rafael Seligmann, auf dass einer von ihnen m&#246;ge 2014 Horst K&#246;hler nachfolgen.<br />
Ich jedenfalls h&#228;tte mir die Edition des Buches reiflich &#252;berlegt, zumal seit Ende des Zweiten Weltkrieges fast 65 Jahre vergangen sind. Noch heute betrachten viele B&#252;rger es leider als &#8220;richtig&#8221;, dass sowohl in der NS-Zeit die &#8220;Arisierung&#8221; stattgefunden hat, als auch danach eine R&#252;ckgabe an die Ursprungsbesitzer in echter Form kaum verwirklicht wurde und der Verzicht dominierte. Ich selbst betrete keine Gesch&#228;fte, die in Hand der &#8220;Arisierer&#8221;-Familien geblieben sind.<br />
Die Politik sollte sich vielmehr auf die Karten setzen, auch heute noch die Nachkommen der Betroffenen in unser Land zur&#252;ckzuholen, darum zu werben. Der Oberb&#252;rgermeister meines Wohnortes, im Amt seit 2008, Sozialdemokrat, sagte wenige Monate nach seinem Amtsantritt bei einem Besuch einer Jugendgruppe aus Israel, dass die G&#228;ste &#8220;immer willkommen&#8221; seien, und &#228;u&#223;erte Zuversicht, dass manche von ihnen vielleicht hier studieren oder auch heiraten werden. Er gab meiner Meinung nach ein richtiges, ein gutes Signal ab. Sein Vorg&#228;nger, Christlich-Sozialer, h&#228;tte diese Worte meiner Einsch&#228;tzung nach nie verloren, denn er war einst im 2. Wahlgang erst auf Rang 1 ger&#252;ckt, und dies mit Hilfe der rechtspopulistischen &#8220;Republikaner&#8221;. Es ist besch&#228;mend, dass der seinerzeitige Spitzenkandidat der rechten Partei sp&#228;ter zu den Konservativen &#252;bergelaufen war &#8211; obendrein ein Justizvollzugsbeamter! -, aber gottlob nicht mehr erneut in den Stadtrat gew&#228;hlt wurde.<br />
All das w&#228;re nie in dieser Form passiert, wenn wir gen&#252;gend Nachkommen Holocaust&#252;berlebender als Mitbestimmende unter uns h&#228;tten. Und f&#252;r mich w&#228;re hinsichtlich meiner privaten Pl&#228;ne auch ein riesiges Hindernis aus dem Weg ger&#228;umt.</p>
<p>Dies &#8211; meine Damen und Herren, meine lieben Freunde &#8211; sollte man auch dem &#8220;Propyl&#228;en&#8221;-Verlag und s&#228;mtlichen noch lebenden im Buch Beschriebenen zum &#220;berdenken weiterleiten.<br />
Ich w&#228;re froh, wenn man ein erneutes st&#228;ndiges Miteinander in alten Gefilden, an alten St&#228;tten wieder beginnen und demnach auch einen gedeihlichen Umgang praktizieren k&#246;nnte.<br />
Darauf hoffe ich seit Jahrzehnten!<br />
In diesem Sinne auf einen frohes st&#228;ndiges Wiedersehen<br />
am Strande von Donau, Elbe oder Rhein<br />
shalom masal-tov<br />
D. O.</p>
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