Abonnieren Sie »Szyllas Lesezeichen« per E-Mail und Sie bleiben auf dem Laufenden ...

Hermann Sinsheimer – Stationen seines Lebens

25. Februar 2010 | Von WT | Kategorie: Literaturveranstaltungen  | Drucken

Er war Journalist, Literatur-, Film- und Theaterkritiker, Schriftsteller und Jurist: Hermann Sinsheimer, 1883 in Freinsheim in der Pfalz als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er arbeitete auch als Anwalt; in der Ludwigshafener Ludwigstraße erinnert eine Gedenkplakette an seine Kanzlei. Doch Sinsheimers Liebe gehörte der Literatur. Deshalb wirkte er neben seiner Anwaltstätigkeit als Theaterkritiker, später wechselte er ganz das juristische Metier, arbeitete in München für die satirische Zeitschrift »Simplicissimus« und in Berlin als Redakteur. 1938 verließ er Deutschland und starb im Exil 1950 in London.

Zum Andenken an den Autor, der seiner Pfälzer Heimat stets verbunden blieb, verleiht die Stadt Freinsheim seit 1983 den Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik. Ausgezeichnet wurden unter anderen Siegfried Lenz, Hilde Domin, Carola Stern, Marcel Reich-Ranicki, Marion Gräfin Dönhoff, Walter Kempowski, Christa Wolf und Peter Scholl-Latour.

Das Werk Hermann Sinsheimers war im Buchhandel leider lange nicht mehr verfügbar. Josef Kaiser, Historiker und Verleger aus Ludwigshafen, beschäftigt sich seit einiger Zeit ausführlich mit dem Leben und Schaffen Hermann Sinsheimers. Als erste einer Reihe geplanter Veröffentlichungen hat er im Verlag pro MESSAGE 2009 einen Band mit den Freinsheimer Erzählungen und Pfälzer Erinnerungen Sinsheimers unter dem Titel »Die Welt meines Dorfes« publiziert.

In diesem Zusammenhang ist das Programm »Und bin doch Freinsheim so nah …« entstanden. Der Mannheimer Journalist Joachim Hemmerle und die Freinsheimer Schauspielerin Anja Kleinhans stellen den Autor Hermann Sinsheimer vor und machen mit kurzen Textauszügen neugierig auf dessen Werk. Bei der Auswahl stützen sie sich vor allem auf das gründlich recherchierte Nachwort des Verlegers und Herausgebers Josef Kaiser, der bei der Veranstaltung in die Familiengeschichte Hermann Sinsheimers einführt. [Quelle: Joachim Hemmerle]

»Und bin doch Freinsheim so nah …« Di. 9. 3. 2010 – 19:30 Stadtbibliothek Ludwigshafen, Bismarckstr. Eintritt: frei: Veranstalter: Kultur Rhein-Neckar e.V. in Kooperation mit der Stadtbibliothek Ludwigshafen (Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit)

Sinsheimer, Hermann; Kaiser, Josef: Die Welt meines Dorfes: Freinsheimer Erzählungen und Pfälzer Erinnerungen [Kommentiert und mit einem Nachw. von Josef Kaiser] 1. Aufl.. – Ludwigshafen am Rhein, Pro Message, 2009, 132 S. Pfälzer Klassiker-Bibliothek Bd. 4, ISBN 978-3-934845-48-0

4. Kleine Buchmesse im Neckartal 6. und 7. März 2010

17. Februar 2010 | Von WT | Kategorie: Literaturveranstaltungen  | Drucken

Die 4. Kleine Buchmesse im Neckartal findet am 06. und 07. März 2010 in Neckarsteinach statt. Dieses jährliche Ereignis rund um Bücher und Literatur ist als Informations-, Unterhaltungs- und Verkaufsveranstaltung konzipiert.
Den Verlagen der Region, besonders kleinen und mittleren Verlagen, bietet die Messe eine Plattform, sich zu präsentieren, eigene Produkte bekanntzumachen und zu verkaufen und mit Buchhändlern, Kunden und Autoren in Kontakt zu treten.
Für Buchhändlerinnen und Buchhändler bietet sie die Möglichkeit, mit Verlagen in Kontakt zu treten und ihre Produkte kennenzulernen sowie Bestellungen zu tätigen.
Für Besucher bietet sich die Gelegenheit, viele Autorinnen und Autoren live lesen zu hören. Lesungen wechseln fast im Halbstundentakt. Das Programm (pdf 3MB) mit allen Veranstaltungen herunterladen. Fotos aus dem letzten Jahr

Öffnungszeiten für das Publikum sind am 06. März (samstags) von 11 bis 18 Uhr und am 07. März (sonntags) von 10 bis 18 Uhr. Am Samstagvormittag ist ab 8.00 Uhr Gelegenheit zum Aufbauen der Stände. Veranstaltungsort ist das Bürgerhaus »Zum Schwanen« in Neckarsteinach, Neckarstraße 42.

Hommage an Anna Gmeyner

16. Februar 2010 | Von WT | Kategorie: Buchmarkt regional  | Drucken

Gmeyner: ManjaIn einem Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Kinemathek, der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. und des »persona verlages« aus Mannheim porträtiert Heike Klapdor die Autorin Anna Gmeiner und Iris Berben liest aus dem Roman »Manja«. 19. Februar 20 Uhr in der Mendelssohn-Remise, Berlin-Mitte, Jägerstraße 51.

Manja ist die Geschichte von fünf Kindern und ihren Familien in den Jahren 1920 bis 1934. Das Mädchen Manja und die vier Jungen entstammen verschiedenen Milieus: Karl einer klassenbewußten Proletarierfamilie, Heini dem liberalen Bürgertum, Franz dem Kleinbürgertum, Harry dem reichen Großbürgertum, Manja einer armen Einwandererfamilie aus Polen. Die Freundschaft dieser Kinder, die sich in einem verlassenen Mauergrundstück am Stadtrand eine eigene Welt geschaffen haben, wird 1933 auf eine harte Probe gestellt: Manja und Harry sind plötzlich nicht mehr »rasserein« und die Probleme der Erwachsenen, die sich für oder gegen Hitler entscheiden, drohen die Welt der Kinder zu zerstören. Doch ihre Freundschaft scheint stärker… Mit seinen plastischen Schilderungen des deutschen Alltags, mit seiner Poesie und den lebendigen Dialogen hat Manja bis heute nichts von seinem Zauber eingebüßt, im Gegenteil: mit dem Abstand der Jahre treten die Qualitäten dieses Romans immer stärker hervor.

Anna Gmeyner, 1902 in Wien geboren, gehörte um 1930 zur literarischen Avantgarde. Ihre Theaterstücke wurden bis 1933 mit Erfolg in Deutschland aufgeführt. Das Exil führte sie über Paris nach England. Sie schrieb Filmdrehbücher und Romane, in späteren Jahren nur noch auf englisch. Die Autorin starb 1991 in York.
1984 erschien das Buch zum ersten Mal in Deutschland beim »persona verlag«. Es liegt inzwischen in der 4. Auflage vor. Auch als Hörbuch, gelesen von Iris Berben. Ein Gespräch mit Iris Berben über den Roman, geführt von Gesine v. Prittwitz (pdf).

Anna Gmeyner: Manja; Roman, 1984 persona verlag, Mannheim 416 Seiten, Hardcover ISBN 3-924652-00-7 bestellen bei Libri

Jüdisches Leben in Ludwigshafen und Umgebung

15. Februar 2010 | Von WT | Kategorie: Dies und das  | Drucken

Juedisches Leben Bd.1Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Ludwigshafen und Umgebung lebendig zu halten publiziert der ›Gesprächskreis Juden und Christen in Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis‹ in Kooperation mit dem ›Arbeitskreis Ludwigshafen setzt Stolpersteine‹ eine Reihe, deren erste Ausgabe zu einem Rundgang durch die jüdischen Landgemeinden Ruchheim, Fußgönheim und Mutterstadt einlädt.
In Fußgönheim gab es seit dem 18. Jahrhundert viele jüdische Einwohner, die der Hofkanzler Jakob Tillmann von Hallberg (1681—1744) eingeladen hatte. Fußgönheim entwickelte sich so zu einem regionalen Mittelpunkt jüdischen Lebens, dessen zentrales verbindendes Element lange Zeit der jüdische Friedhof war. Hier wurden auch die Ruchheimer und Mutterstadter Juden begraben.

Siehe auch: www.judeninmutterstadt.org und www.synagoge-mutterstadt-derfilm.de

Juedisches Leben Bd.2Der zweite Band der Reihe »Sabbatweg« widmet sich den jüdischen Spuren in Ludwigshafen. Die Jüdische Gemeinde Ludwigshafen wurde bereits im Jahr 1855 gegründet – zu diesem Zeitpunkt war Ludwigshafen gerade einmal zwei Jahre alt. Bei einer Einwohnerschaft von 2 290 Personen waren 107 Israeliten, also 4,6 %, mit der rasanten Bevölkerungsentwicklung der Stadt wurden es später prozentual weniger, ca. 1 %.
Spuren jüdischen Lebens finden sich überall in Ludwigshafen – wie in den meisten deutschen Städten. Das Suchen danach, das Aufdecken und Hinterfragen hilft, auch die Stellen herauszufi nden, die wir nur noch auf den zweiten Blick erkennen können.
Dr. Friedhelm Borggrefe, Ehrenbürger der Stadt Ludwigshafen, hat sich auf die Suche gemacht. Ihm verdanken wir die Grundlage für dieses Büchlein und den Titel ›Sabbatweg‹. Denn dieser Rundgang durch die Ludwigshafener Innenstadt lässt sich in weniger als einer Stunde begehen, eine Distanz, die auch Juden am Sabbat erlaubt ist zu gehen. Seine Darstellung wurden mit eigenen Recherchen, Erfahrungen und Kontakten aus der Arbeit für den ›Arbeitskreis Ludwigshafen setzt Stolpersteine‹ und für den ›Gesprächskreis Juden und Christen in Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis‹ ergänzt. Daher ist dieses Büchlein vor allem als Anregung gedacht, auch keineswegs vollständig, den jüdischen Spuren nachzugehen, die sich in einer lebendigen Stadt mit ihren aktiven Bürgern in allen Gesellschaftsschichten finden lassen.

Freidel, Karl / Kern,Willi / Metzger, Herbert: Jüdisches Leben. Einladung zu einem Rundgang Heft 1. Ruchheim, Fußgönheim, Mutterstadt. Karten von Fußgönheim, Mutterstadt und Ruchheim mit Kennzeichnung der besprochenen Orte, meist Wohnsitz ehemaliger jüdischer Mitbürger [m/w] und Familien. 32 Seiten, zzgl. 4 Seiten Einband. 30 Abb. Rückendrahtheftung 12,0 cm * 17,0 cm. Einband, Typografie und Layout: Hans-Joachim Kotarski. ISBN 978-3-938031-33-9

Borggrefe, Friedhelm / Hoffmann, Marita / Kleinschnitger, Monika: Jüdisches Leben. ›Sabbatweg‹ Heft 2. Ludwigshafen-Mitte. ›Sabbatweg‹ Karten von Ludwigshafen-Mitte mit Kennzeichnung der besprochenen Orte, teils Wohnsitz ehemaliger jüdischer Mitbürger [m/w] und Familien. 16 Seiten, zzgl. 4 Seiten Einband, 14 Abb., Rückendrahtheftung, 12,0 cm * 17,0 cm. Einband, Typografie und Layout: Hans-Joachim Kotarski. ISBN 978-3-938031-34-6

Beide Bände können online via »BücherLlux« bezogen werden.

Von der Kur-Badeanstalt zur Gastierbühne

15. Februar 2010 | Von WT | Kategorie: Dies und das  | Drucken

Apollo Theater

Das Apollo Theater in G6 - Foto mit frdl. Genehmigung REM

Bis zu Beginn der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts war das Apollo-Theater im Mannheimer Jungbusch im Quadrat G6 eine Schaubühne der Weimarer Republik. Varieté Veranstaltungen mit namhaften Artisten, seinerzeit beliebte Operetten gehörten ebenso zum Programm wie Aufsehen erregende Gastspiel-Inszenierungen von Max Reinhardt und Erwin Piscator. Entwickelt hatte sich das Apollo vom Pfalz-Bayerischen Feldlazarett über eine Kur-Badeanstalt und ein Sommertheater. Es war eine der beliebtesten Vergnügungsstätten in Mannheim.

Über die Entstehung und die wechselvolle Geschichte des Theaters berichtet am 18. Februar Joachim Hemmerle um 19 Uhr im Florian Waldeck Saal des Zeughaus Museums in D5. Hemmerle gehörte zu den kenntnisreichsten Kulturredakteuren des Mannheimer Morgen, was die lokale Theater- und Literaturszene betrifft.

Von der Kur-Badeanstalt zur Gastierbühne – Das Apollo-Theater und seine wechselvolle Geschichte. Vortrag Joachim Hemmerle, Do. 18.2.2010 19 Uhr Florian Waldeck Saal, Zeughaus Museums, D5 Mannheim. Eintritt frei!